Telearbeit

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Modellbeschreibung

Mit dem Begriff „Telearbeit“ bezeichnet man die Arbeitsform, bei der die Mitarbeiter abseits des Unternehmensstandorts, beispielsweise in ihrer Privatwohnung oder in Nachbarschafts- oder Satellitenbüros, unter Nutzung von öffentlichen Kommunikationsmitteln und entsprechenden technischen Geräten arbeiten. Weiter...


Varianten der Telearbeit

Telearbeit kann verschiedenartige Ausprägungen haben, die von der alternierenden und der mobilen Telearbeit bis zur Telearbeit in Satellitenbüros reichen. Weiter...


Warum Telearbeit? Vor- und Nachteile des Modelles

Telebeschäftigte selbst nennen als Vorteile meistens, dass sie die Möglichkeit zur Flexibilisierung ihrer Arbeit und Arbeitszeit haben sowie souveräner ihre Freizeit gestalten und damit Freizeit, Familie und Beruf besser vereinbaren können. Telearbeiter bestimmen selbst darüber, wann, wie lange und wo sie das im Arbeitsvertrag vereinbarte Arbeitsvolumen erfüllen. Sie organisieren Beruf und Privatleben daher relativ frei von äußeren Zwängen. Weiter...


Andere Formen einer freien Arbeitszeitgestaltung bei gleichzeitiger Trennung von Betriebs- und Arbeitsstätte

Die räumliche Trennung von Betriebsstätte und Arbeitsplatz ist auch ohne telekommunikative Anbindung des Arbeitnehmers realisierbar, wenn dieser seine Aufgaben an einem herkömmlichen Heimarbeitsplatz von zu Hause aus erledigt. Weiter...





Modellbeschreibung

Mit dem Begriff „Telearbeit“ bezeichnet man die Arbeitsform, bei der die Mitarbeiter abseits des Unternehmensstandorts, beispielsweise in ihrer Privatwohnung oder in Nachbarschafts- oder Satellitenbüros, unter Nutzung von öffentlichen Kommunikationsmitteln und entsprechenden technischen Geräten arbeiten. Oder etwas genauer: Telearbeit bezeichnet die wohnortnahe Arbeit unabhängig vom Firmenstandort an mindestens einem Arbeitstag pro Woche, wobei die (Zusammen-)Arbeit über räumliche Entfernungen hinweg unter primärer Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien erfolgt bzw. eine Telekommunikationsverbindung zum Arbeitgeber oder Auftraggeber zur Übertragung von Arbeitsergebnissen genutzt wird.

Faktoren, die Telearbeit ausmachen, sind:

  • Technik:
    Einsatz von Informations- und Kommunikationstechniken

  • Arbeitsort:
    die räumliche Entfernung vom Betrieb

  • Arbeitszeit:
    relativ regelmäßig außerhalb der Firma, flexibel gestaltbar

  • Rechtsform:
    festangestellt, selbstständig, Werkvertrag, ...


Verbreitung und Vorausetzungen von Telearbeit
Telearbeit ist ein Arbeits(zeit)modell, das gegenwärtig noch verhältnismäßig wenig verbreitet ist. Sowohl in Deutschland als auch in Europa praktizieren etwa sechs Prozent der Erwerbstätigen Telearbeit, aber 66 Prozent wünschen sich einen Telearbeitsplatz. Und das wäre weitestgehend auch zu realisieren, denn fast alle Berufe bieten Aufgaben, die sich für Telearbeit eignen. Aus der Distanz können im Prinzip alle Aufgaben erledigt werden, für die keine körperliche Anwesenheit erforderlich ist, von A wie Auftragsbearbeitung bis Z wie Zeichnungen anfertigen. Telearbeit erfreut sich jedoch immer größerer Beliebtheit, und immer mehr Mitarbeiter nehmen die Telearbeit als Alternative zur permanenten Anwesenheit im Betrieb war. Besonders in Deutschland sind aber die Möglichkeiten der Telearbeit bei weitem noch nicht ausgeschöpft, obwohl dieses Arbeitsmodell von politischer Seite seit einigen Jahren stark gefördert wird und fast alle Experten den Durchbruch der Telearbeit zu einer alltäglichen Arbeitsform voraussagen, die ihren Platz neben anderen Formen der Arbeitsorganisation haben wird.

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Varianten der Telearbeit

Telearbeit kann verschiedenartige Ausprägungen haben:

Alternierende Telearbeit


Der Telebeschäftigte erledigt einen Teil der Aufgaben daheim, den anderen im Büro. Die Aufteilung ist in manchen Unternehmen festgelegt: beispielsweise ein Bürotag, vier Telearbeitstage. In anderen ist sie frei wählbar oder wechselt je nach anfallenden Aufgaben. Dies ist die am weitesten verbreitete Form der Telearbeit. Hier besteht neben dem Heimarbeitsplatz weiterhin der betriebliche Arbeitsplatz fort, der in der Regel mit Kollegen geteilt wird (Desk-Sharing).

Mobile Telearbeit


Voraussetzung für diese ortsunabhängige Form der Telearbeit ist ein PC oder Notebook und die Möglichkeit der Datenfernübertragung. Sie ist besonders geeignet für Außen- oder Kundendienstmitarbeiter, Handelsvertreter, Wartungstechniker, Ingenieure, Berater und Führungskräfte. Diese arbeiten mit der entsprechenden Telekommunikationsausrüstung von Kunden, Hotels oder Baustellen aus. Auch die telekommunikationsgestützte Arbeit in der Bahn oder anderen Verkehrsmitteln zählt hierzu.

Telezentren und Telehäuser


Der Betrieb mietet die von einem privaten oder öffentlichen Dienstleister bereitgestellte technische und räumliche Büroinfrastruktur – oft zeitlich befristet (stunden-, wochen-, monatsweise). Telehäuser bieten darüber hinaus noch Serviceangebote. Sie wurden erstmals – mit staatlicher Unterstützung – in strukturschwachen Gebieten Skandinaviens erprobt.

Telearbeit in Nachbarschaftsbüros


Nachbarschaftsbüros sind ähnlich aufgebaut wie Telehäuser. Mehrere Unternehmen schließen sich zusammen und stellen dezentral Räumlichkeiten zum Austausch von Informationen bereit. Zusätzlich gibt es soziale und kulturelle Angebote, die vor allem der Förderung sozialer Kontakte dienen. Solche Nachbarschaftsbüros sind jedoch wegen des hohen Koordinierungsaufwandes nicht sehr weit verbreitet.

Telearbeit in Satellitenbüros


Ein Satellitenbüro ist vergleichbar mit einer Filiale, einer Außen- oder Zweigstelle eines Unternehmens, in die bestimmte Organisationseinheiten ausgelagert wurden. Die Mitarbeiter erhalten eine Direktverbindung zum Unternehmen und sind über Computernetzwerke mit ihm verbunden.

Teleheimarbeit (isolierte Telearbeit)


Der Arbeitnehmer oder Auftragnehmer erledigt die Arbeit vollständig von zu Hause aus. Er bekommt seine Unterlagen per E-Mail, Fax oder Post, erledigt sie und sendet sie auf einem dieser Wege zurück. Als Rechtsform sind ein normales Arbeitsverhältnis, Heimarbeit nach dem Heimarbeitsgesetz oder berufliche Selbstständigkeit möglich. Oft sind diese Telearbeiter freie Mitarbeiter oder Selbstständige, zum Beispiel Journalisten oder Übersetzer.

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Warum Telearbeit? Vor- und Nachteile des Modells

...aus Sicht der Arbeitnehmer
Telebeschäftigte selbst nennen als Vorteile meistens, dass sie die Möglichkeit zur Flexibilisierung ihrer Arbeit und Arbeitszeit haben sowie souveräner ihre Freizeit gestalten und damit Familie und Beruf besser vereinbaren können. Telearbeiter bestimmen selbst darüber, wann, wie lange und wo sie das im Arbeitsvertrag vereinbarte Arbeitsvolumen erfüllen. Sie organisieren Beruf und Privatleben daher relativ frei von äußeren Zwängen: Männer können so immer aktiver am Familiengeschehen teilhaben und Frauen können verstärkt auf den Arbeitsmarkt drängen. Das alte Vorurteil, Telearbeit sei ausschließlich eine Domäne der Frauen, wird durch die neuen Entwicklungen widerlegt, auch wenn manche Werbestrategen uns dies immer noch glauben machen wollen. Im Gegenteil: In vielen Unternehmen liegt der Prozentsatz der telearbeitenden Männer höher als der der Frauen. Am zweithäufigsten nennen Telebeschäftigte den Wegfall des Arbeitswegs, das Einsparen von Fahrzeiten und Kosten, die private und ruhigere Arbeitsatmosphäre zu Hause und die auf den individuellen Arbeitsrhythmus abgestimmte Beschäftigung.

...aus Sicht der Arbeitgeber
Die Arbeitgeber freuen sich über eine merkliche Erhöhung der Arbeitsproduktivität, das Sinken des Krankenstands und die Einsparung von Raumkosten. Die Mitarbeiter sind motivierter, zufriedener, das Betriebsklima verbessert sich und sie können hoch qualifizierte Mitarbeiter an das Unternehmen binden. Durch die Telearbeit können viele Unternehmen ihren Kundenservice und insgesamt ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Weltweit tätige Unternehmen können durch die flexiblen Arbeitszeiten Zeitzonen überbrücken und so virtuelle Teams in verschiedenen Kontinenten zusammenarbeiten lassen.

Die am häufigsten genannten Motive für die Einführung von Telearbeit sind:

  • Verbesserung der Arbeitsqualität und Steigerung der Produktivität durch Reduzierung von unnötigen Störungen und Ablenkungen, konzentrierteres Arbeiten, Abbau von Büroüberfüllung
  • Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Erweiterung der Verfügbarkeit für Kunden auch über die regulären Bürozeiten hinaus
  • Erweiterung der Beschäftigungschancen für behinderte Erwerbstätige
  • Binden von hoch qualifizierten Arbeitskräften an das Unternehmen
  • Imageverbesserung als innovativer Arbeitgeber mit einer offenen Unternehmenskultur.
Mehrwert durch Telearbeit
Was hindert die Geschäftsführer dennoch, Telearbeit einzuführen, wo doch die Vorteile für ihr Unternehmen und für ihre Mitarbeiter gleichermaßen auf der Hand liegen? Befragungen ergaben, dass sie zu wenig über Telearbeit wissen und Hilfe bei der Umsetzung benötigen. Die Entscheidungsträger sind unsicher hinsichtlich des neuen Führungsstils, der Rechtslage, der organisatorischen Veränderungen und mangelnden Erfahrungen mit der notwendigen Technologie. Im mittleren Management herrscht vielfach Skepsis und Unkenntnis über die Chancen der Telearbeit sowie Unsicherheit über das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Viele Führungskräfte schrecken noch vor Telearbeit zurück, weil sie sich dem erhöhten Koordinierungsaufwand nicht gewachsen fühlen. Haben die Telemanager und Telebeschäftigten aber den erhöhten Planungs- und Koordinierungsaufwand erst einmal in Kauf genommen, können sie oftmals von einem positiven Nebeneffekt profitieren, der durch den Einführungsprozess der Telearbeit ausgelöst wird: die Arbeitsorganisation des Unternehmens wird merklich verbessert. Beispielsweise werden Besprechungen effizienter, weil sie besser vorbereitet und durchgeführt werden; sie finden weniger häufig statt und sind kürzer, weil alle Beteiligten lernen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Sie sind geprägt von einer stärkeren Zielorientierung und einem größeren Ergebnisdruck. In der Regel hat die neue Arbeitsform keine negativen Auswirkungen auf die Qualität der Zusammenarbeit mit Bürokollegen und Vorgesetzten. Viele Telebeschäftigte sprechen sogar von einer durch Telearbeit bedingten Verbesserung der Zusammenarbeit, da man sich intensiver über Ziele und Projektfortschritte unterhalte. Dadurch, dass verstärkt die so genannten neuen asynchronen Informations- und Kommunikationsmedien wie beispielsweise E-Mail genutzt werden, ist eine hohe räumliche und zeitliche Unabhängigkeit der zusammenarbeitenden Mitarbeiter und Kollegen gewährleistet. Viele Unternehmen profitieren somit dadurch, dass sie durch die Einführung von Telearbeit ein Verbesserungspotenzial ihrer Strukturen und Abläufe sowie ihres Führungsstils erkennen und nutzen können. Telearbeit ist für sie der Anstoß von Reorganisationsprozessen, die das Unternehmen insgesamt wettbewerbsfähiger machen, da die vom Unternehmen angebotenen Dienstleistungen durch schnellere Reaktionsmöglichkeiten oder erweiterte Serviceleistungen verbessert werden können.

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Andere Formen einer freien Arbeitszeitgestaltung bei gleichzeitiger Trennung von Betriebs- und Arbeitsstätte

Die Telearbeit kann als ein flexibles Arbeitszeitmodell bezeichnet werden, welches es dem Arbeitnehmer neben anderen Vorteilen weitgehend ermöglicht, über seine individuelle Arbeitszeit selbst zu bestimmen. Manche Autoren fassen somit die Telearbeit und andere diesem Kriterium entsprechende Arbeitszeitmodelle auch unter der Sammelbezeichnung „Selbstbestimmte Arbeitszeit“ zusammen.
Hierunter fallen nach dieser erweiterten Begriffsfassung demnach alle Arbeitszeitmodelle, bei denen Betriebs- und Arbeitsstätte getrennt werden können und der Beschäftigte aufgrund der räumlichen Verlagerung seiner Tätigkeit in einem größeren Umfang die Chance erhält, seine Arbeitszeit weitgehend autonom zu gestalten. Diese räumliche Trennung ist von daher auch realisierbar, wenn keine telekommunikative Anbindung des Arbeitnehmers an die Betriebsstätte möglich oder gewünscht ist und der Arbeitnehmer seine Aufgaben an einem herkömmlichen Heimarbeitsplatz auch ohne Computer von zu Hause aus erledigt.

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