Modelle der Arbeitszeitflexibilisierung

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Überblick über die Modelle flexibler Arbeitszeitgestaltung
Mithilfe verschiedener flexibler Arbeitszeitmodelle ist es möglich, die traditionellen und starren Arbeitszeitregelungen beweglicher zu gestalten. Welche Arbeitszeitmodelle in der betrieblichen Praxis existieren, zeigen die folgenden Beschreibungen.


Tausend Möglichkeiten der flexiblen Arbeitszeit: Dauer, Lage, Verteilung
Starre Arbeitszeitmodelle mit Arbeitszeiten zwischen acht und fünf Uhr an fünf Tagen in der Woche gehören mehr und mehr der Vergangenheit an. Welche Möglichkeiten es gibt, um von solchen Normalarbeitszeiten abzuweichen, erläutern die folgenden Ausführungen.





Überblick über die Modelle flexibler Arbeitszeitgestaltung

In den letzten Jahren haben sich, ausgelöst durch die Notwendigkeit der Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und aufgrund der Entwicklungen der Gesetzgebung und der Tarifverträge, eine Vielzahl von Modifikationen und Abwandlungen der bisher praktizierten überwiegend starren Arbeitszeitregelungen entwickelt.

Traditionelle Arbeitszeitformen zeichnen sich größtenteils durch starre Regelungen aus, welche nur geringfügige Gestaltungsmöglichkeiten aufweisen. Starre Arbeitszeiten beinhalten eine bestimmte Anzahl von Wochenstunden, beispielsweise 38,5 Wochenstunden, die für alle Mitarbeiter eines Betriebs gelten und gleichzeitig eine bestimmte tägliche Arbeitszeit von z. B. 7,7 Arbeitsstunden pro Tag mit festem Arbeitsbeginn und Arbeitsende beinhalten.

Mithilfe flexibler Arbeitszeitmodelle ist es nun möglich, die traditionellen und starren Arbeitszeitregelungen beweglicher zu gestalten, um auf branchen-, betriebs- und mitarbeiterspezifische Umstände und Bedürfnisse reagieren zu können. Flexible Arbeitszeitmodelle zeichnen sich somit in Abgrenzung zu den traditionellen Arbeitszeitformen in erster Linie dadurch aus, dass die Arbeitszeitbedingungen und Anwesenheiten der Mitarbeiter unterschiedlich sein, die Mitarbeiter die eigenen Arbeitszeitstrukturen mitgestalten und die individuellen Arbeitszeiten zum Teil erheblich von den Betriebszeiten abweichen können.

Welche Modelle flexibler Arbeitszeitgestaltung in der betrieblichen Praxis existieren, zeigen die folgenden Grundtypen der Arbeitszeitflexibilisierung, die unter den folgenden Links mit ihren mitunter zahlreichen Gestaltungsvarianten sowie Vor- und Nachteilen auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite im Einzelnen vorgestellt werden.

Modelle flexibler Arbeitszeitgestaltung


Prinzipiell lassen sich alle Formen und Modelle flexibler Arbeitszeitgestaltung auf acht Grundtypen zurückführen, die, wie in der Abbildung angedeutet, zudem auch alle miteinander kombinierbar sind.
Im Einzelnen sind dies:

  1. Arbeitszeitkonten

  2. Teilzeitarbeit

  3. Arbeitsplatzteilung

  4. Abrufarbeit

  5. Schichtarbeit

  6. Vertrauensarbeitszeit

  7. Amorphe Arbeitszeit

  8. Telearbeit


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Tausend Möglichkeiten der flexiblen Arbeitszeit: Dauer, Lage, Verteilung


Starre Arbeitszeitmodelle mit Arbeitszeiten zwischen acht und fünf Uhr an fünf Tagen in der Woche gehören mehr und mehr der Vergangenheit an

Rahmenbedingungen, wie Auftragsschwankungen in der Produktion, Arbeitszeitwünsche und Zeitsouveränität der Mitarbeiter oder Serviceansprüche der Kunden stellen Anforderungen an die Dauer und Lage von Betriebszeiten und dadurch an die Gestaltung und Einteilung der individuellen Arbeitszeiten, die mit einem auf Normalarbeitszeiten beruhendem Arbeitszeitsystem nur schwerlich und nicht mehr lange zu erfüllen sind.

Dieses wird schnell deutlich, wenn man sich eine in der Praxis weit verbreitete Problemsituation vor Augen führt:

Normalarbeitszeit
Als Normalarbeitszeit wird eine der Vollzeitbeschäftigung entsprechende Arbeitszeit von 35 bis 40 Stunden bezeichnet, die sich tagsüber auf fünf Wochentage, in der Regel Montag bis Freitag, verteilt und in der Lage nicht variiert.
Ein Normalarbeitsverhältnis ist demnach eine dauerhafte Vollzeitbeschäftigung mit einer gleichmäßigen, nicht variierenden Verteilung der Arbeitszeit tagsüber von Montag bis Freitag.
Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Unternehmen im produzierenden Gewerbe muss, um in den Saisonhochphasen die Aufträge erfüllen zu können, einen kontinuierlichen Schichtbetrieb aufrecht erhalten und auch in der Verwaltung lange Servicezeiten gewährleisten, um den ganzen Tag von 7 bis 20 Uhr für Kunden erreichbar zu sein. Gleichzeitig ist der Betrieb besonders in der Fertigung auf hoch qualifizierte Fachkräfte angewiesen, welchen es attraktive Arbeitsbedingungen bieten muss, um diese im Unternehmen zu halten.

Die Schilderung dieser in vielen Unternehmen weit verbreiteten Situation verdeutlicht, dass die Anforderungen, welche hinsichtlich der Flexibilität an die Betriebe gestellt werden, durch ein starres Arbeitszeitsystem kaum erfüllt werden können, da mit solchen Arbeitszeiten weder realisiert werden kann, dass
  1. die konjunkturellen, saisonalen oder sonstige Schwankungen durch unterschiedlich intensiven Arbeitseinsatz bewältigt werden, ohne kostspielige Überstundenzuschläge zahlen zu müssen noch
  2. die Wünsche und Erwartungen der Mitarbeiter bezüglich der Vereinbarung ihres Privatlebens mit den beruflichen Pflichten erfüllt werden.
Darüber hinaus ist es auch nicht möglich, längere Betriebszeiten mit einem im gleichen Rhythmus arbeitenden Mitarbeiterstamm zu verwirklichen.

Stattdessen ist eine andere, flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit notwendig – Arbeitszeitgestaltungen, mit deren Hilfe es möglich ist, flexibel auf die Wünsche und Anforderungen der beteiligten Akteure – Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Kunden – reagieren zu können.


Welche Faktoren der Arbeitszeit müssen jedoch veränderbar sein, um diese flexibel gestalten zu können?

Laut der genannten Definition ist ein Normalarbeitsverhältnis dadurch gekennzeichnet, dass bei diesem die Arbeitszeit gleichmäßig über einen Zeitraum, z. B. eine Woche, verteilt ist und innerhalb dieses Zeitraums nicht variieren darf. Können Arbeitgeber und/oder Arbeitnehmer aber über die Lage, Dauer und Verteilung z. B. der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit innerhalb eines festgelegten Rahmens eigenständig entscheiden, wird unter flexiblen Arbeitszeiten gearbeitet.

Welche Faktoren der Arbeitszeit müssen jedoch veränderbar sein, um diese flexibel gestalten zu können? Laut der genannten Definition ist ein Normalarbeitsverhältnis dadurch gekennzeichnet, dass bei diesem die Arbeitszeit gleichmäßig über einen Zeitraum, z. B. eine Woche, verteilt ist und innerhalb dieses Zeitraums nicht variieren darf. Können Arbeitgeber und/oder Arbeitnehmer aber über die Lage, Dauer und Verteilung z. B. der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit innerhalb eines festgelegten Rahmens eigenständig entscheiden, wird unter flexiblen Arbeitszeiten gearbeitet.
Arbeitszeitflexibilisierung
Die Arbeitszeit wird durch ihre zeitliche Lage und Dauer, den so genannten chronologischen und chronometrischen Faktoren, sowie die Verteilung bestimmt. Ist mindestens einer dieser drei Faktoren permanent veränderbar, liegen „flexible Arbeitszeiten“ vor.

Oft wird flexible Arbeitszeit in Abgrenzung zur Normalarbeitszeit in der Form definiert, dass alle von der Normalarbeitszeit abweichenden Formen von Arbeitszeitregelungen als flexible Arbeitszeitmodelle bezeichnet werden. Diese Kategorisierung lässt jedoch außer Acht, dass auch verhältnismäßig starre Arbeitszeitformen, wie beispielsweise Gleitzeitregelungen, Teilzeitarbeit, Überarbeit (d. h. Überstunden und Mehrarbeit mit tariflich vereinbartem Zuschlag), Wochenendarbeit und besonders Schichtarbeit zu wechselnden, aber nach wie vor festen Zeitabschnitten, die es zum Teil schon seit den Anfängen der industriell organisierten Erwerbsarbeit gibt, von vornherein zu den flexiblen Arbeitszeitmodellen gerechnet werden müssten, obwohl sie mitunter ausgesprochen unflexibel sein können.

Ausschlaggebendes Merkmal von flexiblen Arbeitszeitsystemen ist somit weniger die Abgrenzung derselben von normaler Arbeitszeit beziehungsweise die starre Verkürzung oder Verschiebung von Arbeitszeitblöcken (wie es beispielsweise bei nicht flexibilisierter, einfacher Teilzeit oder Schichtarbeit der Fall ist), sondern zur Flexibilität von Arbeitszeitsystemen gehört sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer ein bestimmtes Maß an Dispositions- und Entscheidungsspielraum über die Lage, die Dauer und die Verteilung der individuellen Arbeitszeit.

Arbeitszeitflexibilisierung sollte daher von herkömmlichen Arbeitszeitsystemen dadurch abgegrenzt werden, dass alle jene Arbeitszeitsysteme als flexibel bezeichnet werden, in denen die Einflussmöglichkeiten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf die Verteilung und Gestaltung der Arbeitszeit gestiegen sind und diese somit flexibilisiert werden können.


Gestaltungsmöglichkeiten

Durch welche Veränderungen an bestehenden Arbeitszeitregelungen kann die Flexibilisierung von Arbeitszeitsystemen nun aber eigentlich erreicht werden? Die folgende Abbildung verdeutlicht, wie besonders durch die flexible Handhabung von Lage und Verteilung der individuellen Arbeitszeit eine Vielzahl von flexiblen Arbeitszeitregelungen realisiert werden kann.

Lage und Dauer der Arbeitszeit


Während die obere Balkenserie eine gleichmäßige Verteilung der Arbeitszeit über die Zeitachse beschreibt (z. B. fünf gleichlange Arbeitstage in der Woche oder fünf gleichlange Arbeitsabschnitte innerhalb eines Jahres), wird bei der Betrachtung der anderen Balkenserien deutlich, dass dieselbe Arbeitsmenge auch flexibler und an die verschiedenen Bedürfnisse angepasster über die Zeitachse verteilt werden kann. So beschreiben die zweite und die dritte Balkenserie die Fälle, in welchen innerhalb einer bestimmten Zeitspanne (Monat, Jahr) unterschiedlich intensiv gearbeitet werden muss, um die betrieblichen Vorgaben zu erfüllen. Ganz deutlich werden die Möglichkeiten flexibler Arbeitszeitgestaltung in der unteren Balkenserie. Hier ist der Fall dargestellt, in dem der Arbeitnehmer abhängig von der anfallenden Arbeit oder den persönlichen Verpflichtungen arbeitet, wann es nötig ist – mal länger, mal kürzer, mal gar nicht.

Durch einen flexiblen Umgang mit den Parametern Lage und Verteilung können also bereits sehr leicht Arbeitszeitmodelle realisiert werden, bei denen die Anforderung an das Modell darin besteht, Arbeitszeitvolumina innerhalb festgelegter Zeiträume variabel verschieben zu können. Arbeitszeitkontoführungen, Vertrauensarbeitszeitregelungen, Schichtarbeitsmodelle und Telearbeitsverhältnisse sind auf diese Weise in allen erdenklichen Variationen, Abwandlungen und Ausprägungen konstruierbar.


Lage, Verteilung und Dauer der Arbeitszeitflexibilisierung

Nimmt man zu den Gestaltungsparametern Lage und Verteilung nun noch die dritte Komponente hinzu, die Dauer oder das Volumen von Arbeitszeiten, wird schnell deutlich, dass die durch die Variabilität der Lage und Verteilung entstandenen flexiblen Arbeitszeitmodelle zum einen durch Variationen im Arbeitsvolumen, also der Stundenzahl, noch weiter flexibilisiert werden können und zum anderen neue flexible Arbeitszeitmodelle hinzukommen: nämlich jegliche Formen der Teilzeitarbeit – von der klassischen Teilzeitstelle über Teilungen von Arbeitsplätzen („Job-Sharing“-Modelle) bis zur Abrufarbeit.
Gestaltungsparameter der Arbeitszeit
Die Dauer der Arbeitszeit wird durch das Volumen der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit, also normalerweise die Arbeitsstunden pro Woche, festgelegt.
Mit der Lage der Arbeitszeit wird festgelegt, wann die individuellen Arbeitszeitstrecken (am Tag, in der Woche, im Monat) beginnen und enden. Beginn und Ende können festgelegt oder veränderbar sein. Die Verteilung der Arbeitszeit besagt, wieviele Stunden pro Tag oder Tage pro Woche gearbeitet wird und ob diese Arbeitseinheiten stets gleich sind oder variieren können.








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