Modelle der Arbeitszeitflexibilisierung |
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Überblick über die Modelle flexibler Arbeitszeitgestaltung Mithilfe verschiedener flexibler Arbeitszeitmodelle ist es möglich, die traditionellen und starren Arbeitszeitregelungen beweglicher zu gestalten. Welche Arbeitszeitmodelle in der betrieblichen Praxis existieren, zeigen die folgenden Beschreibungen. Tausend Möglichkeiten der flexiblen Arbeitszeit: Dauer, Lage, Verteilung Starre Arbeitszeitmodelle mit Arbeitszeiten zwischen acht und fünf Uhr an fünf Tagen in der Woche gehören mehr und mehr der Vergangenheit an. Welche Möglichkeiten es gibt, um von solchen Normalarbeitszeiten abzuweichen, erläutern die folgenden Ausführungen. Überblick über die Modelle flexibler Arbeitszeitgestaltung In den letzten Jahren haben sich, ausgelöst durch die Notwendigkeit der Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und aufgrund der Entwicklungen der Gesetzgebung und der Tarifverträge, eine Vielzahl von Modifikationen und Abwandlungen der bisher praktizierten überwiegend starren Arbeitszeitregelungen entwickelt. ![]() Prinzipiell lassen sich alle Formen und Modelle flexibler Arbeitszeitgestaltung auf acht Grundtypen zurückführen, die, wie in der Abbildung angedeutet, zudem auch alle miteinander kombinierbar sind. Im Einzelnen sind dies: Tausend Möglichkeiten der flexiblen Arbeitszeit: Dauer, Lage, Verteilung
Ein Unternehmen im produzierenden Gewerbe muss, um in den Saisonhochphasen die Aufträge erfüllen zu können, einen kontinuierlichen Schichtbetrieb aufrecht erhalten und auch in der Verwaltung lange Servicezeiten gewährleisten, um den ganzen Tag von 7 bis 20 Uhr für Kunden erreichbar zu sein. Gleichzeitig ist der Betrieb besonders in der Fertigung auf hoch qualifizierte Fachkräfte angewiesen, welchen es attraktive Arbeitsbedingungen bieten muss, um diese im Unternehmen zu halten. Die Schilderung dieser in vielen Unternehmen weit verbreiteten Situation verdeutlicht, dass die Anforderungen, welche hinsichtlich der Flexibilität an die Betriebe gestellt werden, durch ein starres Arbeitszeitsystem kaum erfüllt werden können, da mit solchen Arbeitszeiten weder realisiert werden kann, dass
Stattdessen ist eine andere, flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit notwendig – Arbeitszeitgestaltungen, mit deren Hilfe es möglich ist, flexibel auf die Wünsche und Anforderungen der beteiligten Akteure – Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Kunden – reagieren zu können. Welche Faktoren der Arbeitszeit müssen jedoch veränderbar sein, um diese flexibel gestalten zu können? Laut der genannten Definition ist ein Normalarbeitsverhältnis dadurch gekennzeichnet, dass bei diesem die Arbeitszeit gleichmäßig über einen Zeitraum, z. B. eine Woche, verteilt ist und innerhalb dieses Zeitraums nicht variieren darf. Können Arbeitgeber und/oder Arbeitnehmer aber über die Lage, Dauer und Verteilung z. B. der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit innerhalb eines festgelegten Rahmens eigenständig entscheiden, wird unter flexiblen Arbeitszeiten gearbeitet.
Oft wird flexible Arbeitszeit in Abgrenzung zur Normalarbeitszeit in der Form definiert, dass alle von der Normalarbeitszeit abweichenden Formen von Arbeitszeitregelungen als flexible Arbeitszeitmodelle bezeichnet werden. Diese Kategorisierung lässt jedoch außer Acht, dass auch verhältnismäßig starre Arbeitszeitformen, wie beispielsweise Gleitzeitregelungen, Teilzeitarbeit, Überarbeit (d. h. Überstunden und Mehrarbeit mit tariflich vereinbartem Zuschlag), Wochenendarbeit und besonders Schichtarbeit zu wechselnden, aber nach wie vor festen Zeitabschnitten, die es zum Teil schon seit den Anfängen der industriell organisierten Erwerbsarbeit gibt, von vornherein zu den flexiblen Arbeitszeitmodellen gerechnet werden müssten, obwohl sie mitunter ausgesprochen unflexibel sein können. Ausschlaggebendes Merkmal von flexiblen Arbeitszeitsystemen ist somit weniger die Abgrenzung derselben von normaler Arbeitszeit beziehungsweise die starre Verkürzung oder Verschiebung von Arbeitszeitblöcken (wie es beispielsweise bei nicht flexibilisierter, einfacher Teilzeit oder Schichtarbeit der Fall ist), sondern zur Flexibilität von Arbeitszeitsystemen gehört sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer ein bestimmtes Maß an Dispositions- und Entscheidungsspielraum über die Lage, die Dauer und die Verteilung der individuellen Arbeitszeit. Arbeitszeitflexibilisierung sollte daher von herkömmlichen Arbeitszeitsystemen dadurch abgegrenzt werden, dass alle jene Arbeitszeitsysteme als flexibel bezeichnet werden, in denen die Einflussmöglichkeiten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf die Verteilung und Gestaltung der Arbeitszeit gestiegen sind und diese somit flexibilisiert werden können. Gestaltungsmöglichkeiten Durch welche Veränderungen an bestehenden Arbeitszeitregelungen kann die Flexibilisierung von Arbeitszeitsystemen nun aber eigentlich erreicht werden? Die folgende Abbildung verdeutlicht, wie besonders durch die flexible Handhabung von Lage und Verteilung der individuellen Arbeitszeit eine Vielzahl von flexiblen Arbeitszeitregelungen realisiert werden kann. ![]() Während die obere Balkenserie eine gleichmäßige Verteilung der Arbeitszeit über die Zeitachse beschreibt (z. B. fünf gleichlange Arbeitstage in der Woche oder fünf gleichlange Arbeitsabschnitte innerhalb eines Jahres), wird bei der Betrachtung der anderen Balkenserien deutlich, dass dieselbe Arbeitsmenge auch flexibler und an die verschiedenen Bedürfnisse angepasster über die Zeitachse verteilt werden kann. So beschreiben die zweite und die dritte Balkenserie die Fälle, in welchen innerhalb einer bestimmten Zeitspanne (Monat, Jahr) unterschiedlich intensiv gearbeitet werden muss, um die betrieblichen Vorgaben zu erfüllen. Ganz deutlich werden die Möglichkeiten flexibler Arbeitszeitgestaltung in der unteren Balkenserie. Hier ist der Fall dargestellt, in dem der Arbeitnehmer abhängig von der anfallenden Arbeit oder den persönlichen Verpflichtungen arbeitet, wann es nötig ist – mal länger, mal kürzer, mal gar nicht.
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